Region Werdenberg, Die Region Werdenberg umfasst die st. gallischen Gemeinden Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams und Sennwald. Die Zusammenarbeit in den Bereichen Verkehr, Wirtschaft, Regionalentwicklung, Jugend, Soziale Dienste, Bildung, Abfall- und Deponie etc. erfolgt in der Regionalplanungsgruppe Werdenberg bzw. im Rahmen des Region Plus Projektes Persönlichkeit Werdenberg
 

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Luaga, schmegga, taschta

von Silvia Bollhalder

Es ist Montagmorgen, acht Uhr. Billy und Robby sind extra ein wenig früher als sonst aufgestanden, um mit ihrer Tante einen kleinen Spaziergang zu machen. Die kleine Sally bleibt zu Hause, obwohl ihr Vorhaben auch gut mit einem Kinderwagen zu bewältigen wäre. Ausgerüstet mit einem kleinen Proviantsäckchen machen sich die drei auf eine interessante Reise, die Sinne zu erforschen...

Mit dem Postauto gehts auf nach Buchs. Schade, leider fährt um diese Zeit kein Doppeldeckerbus, aber auch mit dem kleinen «Posti» macht die Fahrt Spass. Bei einer besonders engen Kurve im Gamserwald ertönts: «Tüütatoo». Mit grossen Augen lauschen die Kinder dem Klang. Nachdem Tante Bea erklärt hat, dass der Laut als Warnsignal für die entgegenkommenden Autos gilt, konzentrieren sie sich wieder auf die Landschaft. Vorbei am Schloss Werdenberg und am Werdenberger See mit seinen Entchen und Schwänen, sind sie schliesslich in Buchs. «Endstation, alle aussteigen bitte!», ruft der Chauffeur in sein Mikrofon.

Zuerst holen sie im Tourismusbüro ein Prospektchen zu Naturena. Über die Bahnhofstrasse, wo noch etwas Flüssigkeit eingekauft wird, erreichen sie schliesslich nach wenigen Laufminuten das Werdenberg. Noch vor dem See biegen die drei in Richtung Minigolfanlage ab. Schon von weitem erkennen sie den Start mit der Infotafel des Sinnespfads. Nachdem das Karussell ausprobiert wurde, gehen Billy, Robby und Bea weiter in die Richtung, welche ihnen die «Skulptur der Sinne» von Holzbildhauermeister Robert Hangartner weist.




 



Ganz bewusst werden die Schönheiten der Region Werdenberg durch das eigens komponierte Bild wahrgenommen.

Auf dem Strässchen inmitten des Waldes entdecken die Kinder ein Blatt, das frei in der Luft schwebt, obwohl kein Windchen weht. Die Tante erklärt den staunenden Gesichtern, ein ganz dünner Faden einer Spinne lasse das Blatt schweben.

Nach einer kleinen Steigung erscheint eine komische Form, als ob da eine riesige Hand am Strassenrand wäre. Näher gekommen, erkennt man die erste Station des Sinnespfades, tatsächlich: eine übergrosse Hand aus Holz. Billy wagt es zaghaft, als erster seine Hand in eines der vielen mit schwarzem Plastik verdeckten Löcher zu halten. Etwas Hartes, mit einer ganz komischen Form.

Neugierig geworden, streckt auch Robby seine Hand zum Kästchen nebenan aus. Diesmal etwas ganz Weiches, Kuscheliges. Nachdem alle ausprobiert worden sind, «gegügselt» und auf den Täfelchen das tatsächliche Material festgestellt wurde, konnte die Wanderung weitergehen. Nach einigen Minuten laufen erkennt man den ersten Holzrahmen, welcher, dem Naturena-Prospektchen zufolge, für die Bildkompositionen ist. Mit diesen Holzrahmen kann man sein ganz eigens komponiertes Panoramabild mit dem Werdenberger Schloss erstellen.

Gleich nebenan befindet sich Station zwei. Hier gilt es, verschiedene Düfte wie der eines Fuchses, einer Lärche oder verschiedener Sträuche zu erschnuppern und zu erkennen. Manchmal «stinkts» gewaltig, doch ist es eine interessante Erfahrung. Weiter gehts zum nächsten Posten. Die kleinen sehen die grosse Partnerschaukel schon, als sie um die Ecke gebogen sind. Erfreut rennen sie hin, um diese schnell auszuprobieren. Der grössere der beiden, Billy, beginnt schnell mit seinen Beinen zu wippen, worauf auch die Schaukel von Robby in Bewegung gerät. Begeistert erforschen sie die Faszination der Beschleunigung. Auch Erwachsene haben einen Heidenspass, zuzusehen und auszuprobieren wie sich der Schwung abwechselnd von der einen auf die andere Schaukel überträgt.

Nachdem ausgiebig geschaukelt wurde, geht der gemütliche Spaziergang weiter zur vierten Station. Ein Holzgestell mit drei verschiedenen Augenpaaren. Ein rotes, ein grünes und ein violettes, zudem eine Prisme. Die Umgebung des Werdenbergs wird mit «anderen» Augen wahrgenommen. Rote Bäume, violette Berge oder grüne Häuser.

Weiter geht die Wanderung auf dem schönen Waldweg, umgeben von den verschiedensten Baum- und Straucharten. Endlich, ein gemütlicher Grillplatz mit Tisch und Bänken sowie Rostgrill. Durch den Proviant und die Ruhepause gestärkt, wenden sich die drei dem Holzrahmen direkt unterhalb zu, um die fantastische Region einzufangen. Dann wird versucht, auf den Balanciergeräten nicht ins Schwanken zu geraten. Langsam wird es dunkel von oben. Es beginnt mehr und mehr zu winden.

Es tröpfelt, doch die Holzfiguren bei Station sechs wecken das Interesse. Es wird mit den Klangfarben verschiedener Holzarten und Resonanzkörper gespielt und durch die Schlagkraft mit den Tönen variiert. Dann stecken sie nacheinander den Kopf in das Loch des Steinbrockens, welcher auf dem Gelände steht. Man spürt, wie wohltuend die eigene Stimme wirken kann. Da es immer mehr tröpfelt, gehts schnell weiter zum siebten Posten.

Auch hier ist ein Grillplatz, der jedoch wetterbedingt von niemandem benutzt wird. Im simulierten Bachlauf kreieren die Kinder verschiedene Strömungen, Geschwindigkeiten und rhythmische Bewegungsformen des Wassers. Es regnet immer mehr. Mit schnellem Schritt gehts weiter zur letzten Station. Ein kurzer Abstecher auf das Gerüst mit den Sichtrohren, und schnell weiter. Eigentlich wäre das Ziel bei Station acht, die Umgebung durch die Rohre gezielt ins Visier zu nehmen. Da aber die Berge mit Nebel verdeckt sind und auch der Rest der Landschaft recht düster wirkt, kommt dabei keine grosse Stimmung auf.

Im Lauftempo gehts hinunter, am Schloss Werdenberg vorbei. Ein kurzer Blick durch den dritten und letzten Rahmen und schon ist das Städtchen Werdenberg in Sichtweite. Unter den alten Hausdächern geschützt vom heftigen Regen wird auf das Postauto gewartet. Die drei sind sich einig: Trotz des heftigen Wetterwandels war es ein erlebnisreicher, lohnenswerter Ausflug.

Werdenberger & Obertoggenburger, 25.07.2003


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