Region Werdenberg, Die Region Werdenberg umfasst die st. gallischen Gemeinden Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams und Sennwald. Die Zusammenarbeit in den Bereichen Verkehr, Wirtschaft, Regionalentwicklung, Jugend, Soziale Dienste, Bildung, Abfall- und Deponie etc. erfolgt in der Regionalplanungsgruppe Werdenberg bzw. im Rahmen des Region Plus Projektes Persönlichkeit Werdenberg
 

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Ursprungsbezeichnung

Das einst geschätzte Grundnahrungsmittel ist heute eine echte Spezialität

Ob «Türgga» oder Kukuruz, diese Worte stehen für den weissen oder gelben Mais, eine Pflanze, die während vielen Jahren das Überleben der Menschen sicherstellte. Heute werden daraus Spezialitäten zubereitet.

In Liechtenstein und im Werdenberg kam früher der Ribel auf den Frühstückstisch, und auch das Abendbrot bestand oft aus dieser nahrhaften Speise. Moderne Erzeugnisse haben in weiten Landesteilen das alte Grundnahrungsmittel verdrängt, die Liebe zum Althergebrachten und die Erkenntnis, dass die Speisen der Grosseltern doch nicht so schlecht gewesen sind, führt dazu, dass Ribel wieder vermehrt auf dem Speisezettel steht. Dank einigen initiativen Menschen kann auch die Genvielfalt, soweit dies nach Jahren der Ribelabstinenz noch möglich ist, für die Nachwelt gerettet werden. Was vor einigen Jahren noch vorhanden war, wird aufgespürt, dokumentiert, angebaut und dank einer professionell geführten Genbank erhalten. Und der Rheintaler Ribelmais mit seiner geschützten Ursprungsbezeichnung gilt als geschätzte Spezialität und vor allem auch als Sympathieträger einer ganzen Region.

Ribelmais-Erfolgsgeschichte begann vor fünf Jahren - Geschützte Ursprungsbezeichnung erreicht

Jede Region ist stolz auf ihre Spezialitäten: Was für den Walliser sein Raclette, für den Jurassier seine Saucisson, das ist für den Rheintaler der Ribelmais.
Doch hätten sich nicht vor fünf Jahren initiative Männer für den Erhalt des Rheintaler Ribelmais eingesetzt, wäre das wertvolle Kulturgut wohl kaum noch vorhanden. Rolf Künzler und Hans Oppliger, beide als Berater beim landwirtschaftlichen Bildungszentrum Rheinhof in Salez beschäftigt, erkannten die Zeichen der Zeit noch rechtzeitig und gründeten am 4. Februar 1998 zusammen mit drei Landwirten, zwei Müllern und einem Vertreter des Handels den Verein Rheintaler Ribelmais.
Die damals formulierten Ziele sind heute umgesetzt. Die Konsumentinnen können das hochwertige Produkt mit klar bezeichneter Herkunft nicht nur in wenigen Spezialgeschäften, sondern auch beim Grossverteiler kaufen. Produzenten und das regionale Gewerbe haben eine sichere Produktionsmöglichkeit im Umfeld einer zunehmenden internationalen Konkurrenz. Für das Rheintal wurde ein wertvolles Kulturgut, das auch als Werbe- und Sympathieträger genutzt werden kann, erhalten.
Bevor der Verein seine Tätigkeit aufnahm, wurde der Ribelmais nur noch auf rund 4 Hektaren angebaut. 1998 waren es 15 Hektaren und heute können auf dieser Anbaufläche bereits 54,5 Tonnen trockener Mais geerntet werden. Ribelmais kann nur auf Flächen gepflanzt werden, bei denen kein Futtermais in der Nähe steht (Gefahr von Fremdbestäubung). Der Ertrag beim Ribelmais ist nur halb so gross wie bei modernen Hybrid-Futtermaissorten. Von einer Hektare Rheintaler Ribelmais werden rund 4'500 Kilo trockene Körner geerntet. Zudem kämpfen die Landwirte mit der schlechten Standfestigkeit der alten Sorten.

Gegen anfängliche Widerstände durchgebracht haben die Verantwortlichen die «Geschützte Ursprungsbezeichnung» GUB. Heute wird der Ribelmais mit der international bekannten Apellation d'origine contrôlée (AOC) in den Verkauf gebracht. (adi)

Bilder und Text: Liewo (16. November 2003)
 


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